THE SIGNAL, USA 2007,
Regie: David Bruckner, Dan Bush, Jacob Gentry
Einer der interessantesten Horrorfilme des letzten Jahres ist in den Staaten mittlerweile auf DVD erschienen: THE SIGNAL surft auf faszinierende Art und Weise mit den Gefühlen des Betrachters herum, und kippt von Terror in schwarzen Humor, von Paranoia in blutgetränkten Horror. In meinem blairwitch.de Artikel zum Film habe ich mich schon ausführlich über die rätselhafte Handlung ausgelassen: Ein seltsames Signal, übertragen durch Fernsehen, Radio oder Telefon verwandelt die Menschen in Instinkt gesteuerte Bestien, die Gesellschaft bricht völlig zusammen und ein junges Liebespaar versucht dem ausbrechenden Chaos zu entkommen, jeder auf seine Art und Weise...
Die amerikanische DVD von Magnolia Pictures kommt mit einigen hübschen Extras daher, die den Film tatsächlich noch mehr aufwerten und dem Betrachter die Liebe, mit der die drei jungen Regisseure ans Werk gegangen sind, deutlich macht. Obiges Kurzfilmchen ist eine von insgesamt drei Webisodes, die im wahnsinnigen Universum von THE SIGNAL spielen, und den Ausbruch der "Krankheit" in verschiedenen Varianten präsentieren. Dieser Film ist denn auch der Beste, auch wenn alle sehenswert und hervorragend gedreht sind- zum praktischen Vergleich sind sie komplett auf der DVD enthalten.
THE HAP HAPGOOD STORY ist eigentlich ein Kurzfilm, der von Jacob Gentry für das 48 Hour Film Festival gedreht wurde, nun aber als Fragment am Anfang von SIGNAL zu betrachten ist. Dieser ist ebenfalls in voller, zehn minütiger Länge auf der DVD enthalten, ist aber eher für Komplettisten interessant (zwei Darsteller aus dem Hauptfilm wirken hier ebenfalls mit). INSIDE TERMINUS: THE MAKING OF THE SIGNAL ist eine schöne, kleine Doku, die trotz kurzer Spielzeit randvoll mit wertvollen Informationen gepackt wurde, jederder drei Regisseure erklärt seine Tricks und man erfährt, wie man Leute effektvoll köpft, ohne zu tief in die Tasche zu greifen, oder mit möglichst wenig Aufwand Autounfälle inszeniert! Ein paar geschnittene Szenen, das Signal selbst und ein Audiokommentar runden das gelungene Paket ab.
Und ist diese Version des Hauptfilms jetzt anders als die noch recht unbearbeitete Fassung, die letztes Jahr auf dem Fantasy Film Fest lief? Sie sieht jedenfalls besser aus, ansonsten sind mir keine großen Schnittänderungen aufgefallen, sogar die Gewalt blieb unangetastet.
THE SIGNAL ist selbst nach dem zweiten Ansehen noch ein faszinierendes Stück Independent Kino. Eine stetig wachsende Kultgemeinde sei ihm gewünscht!