Böse Ausserirdische sind immer wieder eine große Freude und seit Spielbergs KRIEG DER WELTEN Remake zum Glück wieder schwer im Geschäft! Gibt es etwas Schöneres als immer wieder zu sehen, wie die menschliche Zivilisation von einem übermächtigen Gegner in Schutt und Asche gelegt wird? Um dann in Form von mutigen kleinen Partisanen-Clustern grausam Rache zu üben? Welche den fiesen Fremdlingen die Tentakel-bewehrten Hautfalten mal so richtig über den überdimensionierten, Glubschäugig dreinblickenden Kopf stülpen? Ich denke nicht. Und als dann Ende letzten Jahres die ersten Trailer zu SKYLINE, SUPER 8, COWBOYS AND ALIENS und eben BATTLE: LOS ANGELES auftauchten, war ich ob der bald über mich herbrechenden Schauwerte freudigst erregt. Bis ich dann einen Blick auf SKYLINE werfen konnte, einem gelackten Dumm-Dumm-Geschoss, wie es einem nur die Traumfabrik immer wieder frech vor die Füsse kötteln kann. Und auch BATTLE, wenn auch kein Totalausfall, weiss nicht so richtig zu überzeugen, denn:
AUSTAUSCHBARE DURCHSCHNITTSVISAGEN SALBADERN PATRIOTISCHEN DÜNNPFIFF UND LIEFERN SICH (ZUMINDEST GEFÜHLT) JAHRZEHNTELANGE BALLEREIEN MIT LEIDLICH GUT ANIMIERTEN CGI MONSTROSITÄTEN.
Dabei hatte ich mich richtig auf diesen Krieg der Welten gefreut- der hübsch geschnittene Trailer versprach ja so einiges! Aber am Ende ist da traurigerweise nur wieder der berühmte Griff ins Klo: Abgehakt, Zeit für den Nächsten.
Regisseur Jonathan Liebesman (Gähn: DARKNESS FALLS, Würg: TEXAS CHAINSAW MASSACRE: THE BEGINNING) wählt Ridley Scotts BLACK HAWK DOWN Herangehensweise und präsentiert uns junge Soldaten, die unvermittelt in eine gewaltige Krise hineinstolpern. Finde ich an sich immer wieder reizvoll. Mitten in die Fresse, viel Handkamera, authentischer Look! Nur gab es bei Scott zumindest ein vernünftiges Drehbuch, welches die Situation spannend und gekonnt aufbaute, während bei Liebesman die üblichen Army Klischees kurz abgehandelt werden (der hadernde, erfahrene Held, der junge Soldat vom Lande, der nette Mexikaner, welcher NATÜRLICH den Löffel abgibt), und mit übelstem "Ich verteidige mein Land, etc." Gelaber vermengt werden. Überhaupt wird die Kriegsmaschinerie die ganze Zeit dermassen liebevoll ins Licht gerückt, daß man sich fast in einem Rekrutierungsfilm der US Army wähnt. Das erinnert schon fast an den ultimativen Kriegsgerät-Abspritzklassiker DER LETZTE COUNTDOWN ! Da ist für Charakterentwicklung eben keine Zeit. Wenn dann noch die ewige "Vasquez" Michelle Rodriguez (RESIDENT EVIL, LOST, MACHETE, AVATAR...), natürlich mit Knarre, um die Ecke schleicht, weiss der fleissige Actiongucker bescheid: Jetzt geht's ans Eingemachte.
Und das ungefähr ab der 25. Minute. Technisch top, aber dank ständigem Kamera-Extremgewackel, ziemlicher Montonie und nicht vorhandenem Spannungsbogen auch verdammt ermüdend. Da man sich wirklich einen Dreck um die Charaktere schert, selbst der sonst verlässliche Aaron Eckhardt kann hier nix mehr reissen, wird der Film zu einer knapp 90 minütigen Materialschlacht-Tortur, welche einem mit dem austauschbarsten Endlos-Dudel-Soundtrack der letzten Zeit gehörig die Birne weichkocht. Da können auch die hübschen Alien Mecha Designs und spektakulären Schauwerte nichts dran ändern. Und wenn die Jungs am Ende nach getaner Arbeit wieder zu den Waffen greifen um erneut zum Schlachtfeld zurückzukehren, kommt einem endgültig die Galle hoch (wenn man nicht schon eingeschlafen ist).
